Allgemeine Tipps

Was tun bei grippalem Infekt

Hierbei handelt es sich um saisonal auftretenden Virusinfekte, die meist die oberen Atemwege betreffen und einige Tage dauern. Dies sind mildere Krankheitsverläufe als bei der “richtigen Grippe”, diese führt zu mehrtägigem sehr hohen Fieber mit starkem Krankheitsgefühl, im übrigen können Sie sich bei uns gegen Grippe impfen lassen. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige allgemeine Verhaltensregeln und Tipps für eine medikamentöse Therapie geben, damit sie bald wieder gesund werden.

Allgemeine Tipps:

  • Schonen Sie sich und schlafen Sie viel
  • Solange Sie krank sind sollten Sie keinen Sport machen
  • Trinken Sie viel Flüssigkeit (Tee oder was immer Sie mögen, aber keinen Alkohol)
  • Wenn Sie möchten können Sie gerne ein Erkältungsbad nehmen
  • Ernähren Sie sich gesund, wenn Sie mögen gerne mit viel Zitrusfrüchten
  • Sie können gerne Vitamin C und Zink einnehmen
  • Gerne können Sie pflanzliche Präparate ( z.B. Echinacea) oder homöopathische Komplexpräparate ( z.B. Meditonsin bis 12 x 10 Tropfen, Engystol bis 12 Tbl/Tag) einnehmen, wenn Sie hiermit gute Erfahrung gemacht haben
  • Wenn Sie möchten können Sie Ingwertee zubereiten. Hierzu wird ein ca. 2 cm langes Stück Ingwerwurzel in 500 ml Wasser 20 Minuten gekocht und je nach Geschmack mit Honig gesüßt oder mit dem Saft einer Zitrone gemischt. Davon sollen 3 Tassen täglich getrunken werden
  • Wenn Sie möchten können Sie eine Schwitzkur im Bett machen, hierzu eignet sich Hollerblütentee oder Lindentee
  • Bei Fieber können Sie gerne zum Fiebersenken Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen
  • Virostatika wie z.B. Tamiflu® empfehlen wir bei grippalen Infekten nicht. Viren werden sehr schnell gegen diese Praparate resistent und daher sollten sie nur bei schwereren Infekterkrankungen Anwendung finden

Bitte beachten Sie:

Falls sich ihr Allgemeinzustand trotz der oben empfohlenen Therapie in den nächsten Tagen nicht bessert oder gar deutlich verschlechtert nehmen sie bitte mit uns oder einem anderen Arzt (Arztlicher Notdienst/Bereitschaftspraxis/ Kliniknotaufnahme) Kontakt auf.

Falls es im weiteren Krankheitsverlauf zu einem deutlichen Fieberanstieg kommt, kann eine antibiotische Therapie notwendig werden, da manchmal auf einen viralen Infekt ein bakterieller Infekt folgt.

Naturheilmittel bei grippalen Infekten

Bei Schnupfen bzw. drohender Nebenhöhlenentzündung

  • Nasenspray mit Kochsalz/ Bepanthen
  • Nasenspülung mit Kochsalzlösung
  • Inhalation mit Kochsalz: Topf mit heißem Wasser, darin gelöst 1-2 Esslöffel Salz – dann mit einem Handtuch über Kopf und Topf inhalieren; alternativ ein Inhalationsgerät in der Apotheke ausleihen und mit Kochsalz inhalieren
  • Akkupunktur
  • Sinupret forte® Tabletten
  • Nasenspray mit Metazolinen (z.B. Otriven®, Nasivin® o.a.)

Bei Mittelohrentzündung

  • Otovowen® Tropfen (nicht ins Ohr sondern einnehmen) bis 12 x 15 Tropfen/Tag
  • Zwiebelwickel: 1/2 Zwiebel schalen, klein schneiden, in ein Taschentuch einpacken und für 1 Stunde auf das betroffene Ohr legen
  • Nasenspray mit Metazolinen (z.B. Otriven® Nasivin® o.a.)

Bei Halsschmerzen und Mandelentzündung

  • Lutschtabletten
  • Salbeitee gurgeln
  • Salvyathymol® Gurgellösung
  • Spülung mit Chlorhexidin z.B. Chlorhexamed®
  • Tonsipret PMD® (stündlich eine Tbl/10Tropfen)
  • Imunopret®

Bei Husten und beginnender Bronchitis

  • Pflanzlicher Hustensaft mit Thymian, Efeu (z.B. Bronchipret® Tropfen )
  • Einreiben mit Bronchialbalsam (z.B. Tumarol® Balsam)
  • Inhalation mit Kochsalz (Details siehe oben )
  • Bei trockenem Husten Präparate mit Islandisch Moos
  • Bei Bronchitis Spitzwegerich z.B. Bronchosern®
  • Zum Schleim lösen – Eibischwurzel z.B. Phytotussin®, Efeu z.B. Prospan®, Cineol z.B. Soledum®
  • Bei sehr starkem nächtlichem Hustenreiz Capval® Hustensaft oder Codein Tropfen

Allergien

Wenn Sie folgende Tipps beachten, überstehen Sie Ihre „Allergiezeit“ vielleicht besser:

  • Nehmen Sie „Ihre“ Allergie-Medikamente rechtzeitig und regelmäßig ein, Symptome können dadurch deutlich reduziert werden; bewährt haben sich bei allergischer Rhinitis und Konjunktivitis die Cormoglycinsäure, die in Nasensprays und Augentropfen enthalten ist; diese Medikamente erhalten Sie frei verkäuflich in Ihrer Apotheke.
  • Medikamente, die Antihistaminika enthalten, gibt es ebenfalls frei verkäuflich in Tablettenform in der Apotheke; natürlich stehen wir für Fragen zu Medikamenten gegen Heuschnupfen oder allergischem Asthma jederzeit zur Verfügung. Bitte machen Sie einen Termin aus.
  • Unternehmen Sie ausgedehnte Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten bevorzugt in den frühen Abendstunden.
  • Lüften Sie in der für Sie problematischen „Blühzeit“ nur kurz abends und hängen Sie Ihre Bettwäsche nicht aus dem Fenster, um eine Kontamination mit Pollen zu verhindern.
  • Waschen Sie sich immer abends vor dem zu Bett gehen die Haare, um möglichst viele Pollen aus den Haaren zu entfernen.
  • Bewahren Sie Ihre Kleidung, mit der Sie draußen waren, wenn möglich nicht im Schlafzimmer auf.

Reiseapotheke

Die „schönste Zeit des Jahres“ möchte jeder möglichst ohne einen Arztbesuch verbringen. Damit Sie ihren Urlaub unbeschwert geniessen können, möchten wir Ihnen einige Tipps für die Bestückung ihrer Reiseapotheke geben.

Medikamente die sie regelmäßig einnehmen müssen sollten Sie immer in ausreichender Menge für einige Tage im Handgepäck mit sich führen, da das Gepäck mal einige Tage verspätet ankommen kann.

Nehmen Sie auch immer Medikamente für die üblichen Atemwegsinfekte mit, üblicherweise erkrankt man im Urlaub an ähnlichen Infekterkrankungen wie hier auch. ( Siehe auch unsere Tipps zu Erkältungskrankheiten)

Darüber hinaus empfehlen wir für:

  • Fieber und Schmerzen – z.B.: Paracetamol 500 mg, Ibuprofen 400 mg
  • Wunden oder Wundinfektionen – Desinfektionsspray, ausreichend Verbandsmaterial, eine Polyvidon-Jod-Salbe z.B.: Betaisodona®
  • Insektenstiche/ Sonnenbrand – eine antihistaminhaltige Salbe z.B: Fenestil Gel®, evtl. eine kortisonhaltige Salbe, eventuell auch ein Coolpack.
  • Magen-Darmbeschwerden – N-Butylscopolamin z.B: Buscopan® bei krampfartigen Schmerzen, Metoclopramid z.B: MCP® oder Dimenhydrinat z.B.Vomex® bei Übelkeit und Erbrechen, bei Durchfällen z.B. Perenterol® oder Loperamid z.B. Immodium®. Eventuell auch Antazida oder Protonenpumpenhemmer wie z.B: Pantozol®
  • Schlafstörungen – Baldrian/Hopfenpräparate oder Ohrenstöpsel
  • Reiseübelkeit – Ingwerpräparate oder Metoclopramid z.B: MCP® oder Dimenhydrinat z.B.Vomex®
  • Schwere Infekte – lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt ein Antibiotikum verschreiben und suchen Sie umgehend einen Arzt auf.
  • Flugangst – Flugangstseminare oder kurzwirksame Benzodiazepin

Bitte passen Sie ihre Reiseapotheke immer ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen an, gerne beraten wie Sie diesbezüglich. Die oben genannten Medikamente sind nur Beispiele, diese können jederzeit durch wirkungsgleiche Medikamente anderer Hersteller ersetzt werden.

Denken Sie daran mit uns ihren Impfschutz zu überprüfen, insbesondere bei Fernreisen ist eine individuelle an das Reiseziel angepasste Impf- und Medikamentenberatung sehr wichtig.Wir bieten im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistung eine Impfberatung an. Da diese nicht durch die gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, stellen wir hierfür 25 € in Rechnung.

Eine sehr informative Website zum Thema Reisen können Sie unter folgendem Link erreichen: www.fit-for-travel.de

Zecke! Was nun?

Im Wesentlichen gibt es zwei wichtige von Zecken übertragene Erkrankungen: Borreliose und FSME (Frühsommermeningoenzephalitis).

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, gegen die Sie sich nicht  mit einer Impfung schützen können.

Wenn Sie die Zecke jedoch innerhalb von 24 Stunden entfernen, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass eine Übertragung der Borreliose stattgefunden hat.

Kommt es dennoch zu einer Erkrankung, deren 1. Stadium meist das Erythema migrans (Wanderröte) ist, das um die Einstichstelle entsteht, können wir mit Antibiotika behandeln.

FSME ist eine virale Erkrankung. Es steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung, der von gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen erstattet wird.

FSME kann sofort, nachdem die Zecke sich festgesaugt hat, übertragen werden. Im Erkrankungsfall steht keine ursächliche Behandlung zur Verfügung. Deshalb empfehlen wir die vorbeugende Impfung.

Wissenswert ist noch, dass es für FSME Endemiegebiete gibt, in denen die Erkrankung auftritt. Entsprechende Karten können Sie in unserer Praxis oder im Internet einsehen.

Deshalb unsere Empfehlung:

Lassen Sie sich gegen FSME impfen bevor Sie sich in einem Endemiegebiet mit FSME aufhalten.

Sollten Sie an sich eine Zecke entdecken, entfernen sie diese sofort mit einer Zeckenzange oder feinen Pinzette (bitte vorher kein Öl oder Ähnliches auftragen). Bei auftretenden Fragen oder Symptomen wenden Sie sich gerne an uns.

Lassen Sie in diesem Zusammenhang auch Ihre Tetanusschutzimpfung überprüfen.